Home Haustiere Ein stressfreies Hundeleben: Spaziergänge, Spielen und Training in der Schweiz

Ein stressfreies Hundeleben: Spaziergänge, Spielen und Training in der Schweiz

by cms@editor

Sozialisierung bedeutet nicht nur, mit anderen Hunden zu spielen, sondern auch, ruhig auf alle möglichen Reize zu reagieren: Fahrräder, Kinderwagen, Straßenbahnen, Staubsauger und Fremde. In der Schweiz, wo der öffentliche Nahverkehr reibungslos funktioniert, sollte ein Hund problemlos in einen SBB-Zug einsteigen und unter einem Sitz Platz nehmen können. Beginnen Sie die Sozialisierung bereits im Welpenalter (bis zur 16. Woche): Nehmen Sie ihn mit an belebte Orte, belohnen Sie ihn für ruhiges Verhalten und zwingen Sie ihn nicht, sich etwas zu nähern, das ihm Angst macht. Bei einem erwachsenen Hund, der Angst vor lauten Geräuschen hat (z. B. Feuerwerk am 1. August), hilft Desensibilisierung: Spielen Sie beim Fressen eine Aufnahme von Feuerwerksgeräuschen in sehr geringer Lautstärke ab und erhöhen Sie die Lautstärke in den folgenden Wochen allmählich. Streicheln oder trösten Sie einen verängstigten Hund niemals – das verstärkt seine Angst nur.

Spielen mit einem Hund bedeutet mehr als nur Apportieren und Frisbee. Viele Rassen, insbesondere Jagd- und Hütehunde (wie der Schweizer Sennenhund oder der Berner Sennenhund), brauchen neben körperlicher Bewegung auch geistige Anregung. Versuchen Sie es mit „Nasenarbeit“ – einem Spiel, bei dem Leckerlis gesucht werden müssen. Verstecken Sie Trockenfutter im Zimmer oder im Gras und geben Sie das Kommando „Such!“. Ihr Hund wird sein wichtigstes Werkzeug – seine Nase – einsetzen und nach 20 Minuten dieses Spiels müder sein als nach einem einstündigen Lauf. In Schweizer Tierhandlungen gibt es spezielle Schnüffelmatten und Spielzeuge mit Schubladen. Eine weitere Möglichkeit ist Canicross, bei dem Sie mit Ihrem Hund in einem speziellen Geschirr laufen, das an Ihrer Hüfte befestigt ist. Amateurwettbewerbe finden in den Kantonen Graubünden und Wallis statt und sind eine tolle Möglichkeit, sich und Ihren Hund fit zu halten.

Was tun, wenn Ihr Hund allein zu Hause ist und jault, Ihre Schuhe zerkaut oder sich an der falschen Stelle erleichtert? Das sind Anzeichen von Trennungsangst, nicht von Rache. Hunde sind Rudeltiere, und Einsamkeit ist ihnen fremd. Beginnen Sie mit kurzen Trennungen: Gehen Sie für 5 Minuten weg und kommen Sie dann ohne Aufhebens zurück. Verlängern Sie die Zeit allmählich. Geben Sie Ihrem Hund etwas zu tun: zum Beispiel einen gefrorenen Kong (ein Gummispielzeug), gefüllt mit Erdnussbutter oder Hüttenkäse – er wird ihn 20–30 Minuten lang ablecken, was beruhigend wirkt. Schalten Sie vor dem Weggehen beruhigende Musik oder das Radio ein (Schweizer Tierärzte empfehlen SRF 1 – ruhige Gespräche simulieren menschliche Anwesenheit). Schimpfen Sie Ihren Hund niemals für das Chaos, wenn Sie zurückkommen – er wird die Strafe nicht mit seinem Verhalten von vor Stunden in Verbindung bringen. In schweren Fällen sollten Sie einen Hundetrainer oder Tierarzt konsultieren – Medikamente können erforderlich sein.

In der Schweiz gelten strenge Gesetze zur Hundehalterhaftung. Die meisten Kantone verlangen für bestimmte Hunderassen einen Verhaltenstest (Wessentest) sowie eine Haftpflichtversicherung – ohne diese drohen Bußgelder, wenn Ihr Hund jemanden beißt oder fremdes Eigentum beschädigt. Vergessen Sie nicht, die Hinterlassenschaften Ihres Hundes zu entfernen: In Zürich können die Bußgelder bis zu 200 Franken betragen. Glücklicherweise stehen überall kostenlose Beutel und Mülleimer zur Verfügung. Eine weitere Besonderheit vor Ort: Hunde sind in Supermärkten und auf Spielplätzen nicht erlaubt, in Restaurants hingegen willkommen, sofern diese ein „Hunde willkommen“-Schild an der Tür haben. Im Winter sollten Sie die Pfoten Ihres Hundes mit speziellem Wachs behandeln – Streusalz und Chemikalien können die Ballen schädigen.

You may also like

Leave a Comment