Home Bildung Studieren ohne Schulden: Wie Sie ein Zweitstudium in der Schweiz finanzieren

Studieren ohne Schulden: Wie Sie ein Zweitstudium in der Schweiz finanzieren

by cms@editor

Vergessen Sie nicht Ihren Arbeitgeber. Viele Unternehmen in der Schweiz sind an der beruflichen Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter interessiert und bereit, einen Teil der Kosten zu übernehmen, insbesondere wenn das neue Wissen dem Unternehmen zugutekommt. Der Schweizerische Arbeitgeberverband empfiehlt, dass Unternehmen mindestens 50 % der Weiterbildungskosten übernehmen und bezahlte Weiterbildungszeiten anbieten. Auch wenn dies nicht in Ihrem Arbeitsvertrag festgelegt ist, lohnt es sich, das Thema mit Ihrem Vorgesetzten anzusprechen. Die Argumentation ist einfach: Sie beantragen kein Geld für sich selbst, sondern investieren in Ihre Weiterbildung, die Ihre Leistungsfähigkeit und Loyalität zum Unternehmen steigert.

Bei geringem Einkommen und Ersparnissen können Sie kantonale Stipendien beantragen. Im Gegensatz zu Zuschüssen, die bereits ausgegebene Kosten erstatten, werden Stipendien im Voraus ausgezahlt und müssen nicht zurückgezahlt werden. Die Bedingungen variieren je nach Kanton und berücksichtigen Einkommen, Vermögen und Familienstand. Es gibt auch zinsgünstige Studentenkredite. Diese werden zwar häufiger mit Studienanfängern in Verbindung gebracht, doch viele Kantone unterstützen auch Erwachsene, insbesondere bei Umschulungen. Besuchen Sie zunächst die Website Ihres kantonalen Stipendienbüros und fragen Sie in einer Bildungsberatungsstelle nach – dort kann man Ihnen weiterhelfen.

Viele wissen nicht, dass man mehrere Finanzierungsquellen kombinieren kann. Beispielsweise könnten Sie einen staatlichen Zuschuss von 50 % erhalten, Ihr Arbeitgeber weitere 30 % beisteuern und die restlichen 20 % von der Steuer absetzen. Ihre tatsächlichen Kosten betragen dann möglicherweise nur 10–15 % der ursprünglichen Kosten. Natürlich müssen Sie etwas bürokratischen Aufwand betreiben und unter Umständen den vollen Betrag vorstrecken, der Ihnen aber später vom Staat erstattet wird. Alternativ bieten die meisten Schulen flexible Zahlungspläne an, um Ihre monatlichen Ausgaben planbar zu machen.

Und noch ein letzter Tipp: Beginnen Sie mit einer Beratung. Jeder Kanton verfügt über kostenlose Beratungsstellen für Beruf, Bildung und Karriere. Dort erhalten Sie nicht nur Tipps zur Finanzierung, sondern auch Unterstützung bei der Wahl des richtigen Weges. Wenn Sie über 40 sind, sollten Sie sich unbedingt das Viamia-Programm ansehen – eine kostenlose, staatlich finanzierte Analyse Ihrer beruflichen Kompetenzen. Informieren Sie sich auch über private Stiftungen: Viele Branchenverbände und private Organisationen vergeben Stipendien für Ausbildungen, insbesondere in Berufen mit Fachkräftemangel. In der Schweiz ist es selten, dass talentierte, aber finanziell schwächere Menschen aus Geldgründen keine Ausbildung erhalten können. Sie müssen nur wissen, wo Sie suchen müssen und bereit sein, etwas bürokratischen Aufwand zu betreiben – der sich aber mit neuen Chancen mehr als auszahlt.

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