Home Bildung Ein neuer Beruf nach 30: Reale Wege zur beruflichen Neuorientierung in der Schweiz

Ein neuer Beruf nach 30: Reale Wege zur beruflichen Neuorientierung in der Schweiz

by cms@editor

Der dritte Weg ist das Validierungsverfahren. Dies ist die neueste und ausgereifteste Methode. Sie richtet sich an diejenigen, die ihre Kenntnisse informell erworben haben: durch Selbststudium, ehrenamtliche Tätigkeiten und betriebliche Weiterbildung ohne Zertifizierung. Im Rahmen des Validierungsverfahrens bewertet eine spezielle Kommission Ihre tatsächlichen Kompetenzen anhand von Gesprächen, praktischen Aufgaben und einer Portfolioanalyse. Wenn die Kommission davon überzeugt ist, dass Sie die Inhalte auf dem Niveau der EFZ oder EBA beherrschen, erhalten Sie ein Diplom, ohne die Standardprüfung ablegen zu müssen. Dieser Weg eignet sich besonders für diejenigen, die „durch die Hintertür“ in den Beruf eingestiegen sind und seit vielen Jahren erfolgreich arbeiten, aber keinen Validierungsnachweis besitzen. Jeder Kanton hat seine eigenen Validierungsregeln. Beginnen Sie mit einer Beratung bei Ihrem kantonalen Berufsbildungsamt.

Für alle, die sich über ein Diplom hinaus weiterentwickeln möchten, gibt es einen vierten Weg: die höhere Berufsausbildung mit den Eidgenössischen Berufsprüfungen (BP) und den Höheren Berufsprüfungen (HFP). Diese Programme richten sich an erfahrene Fachkräfte, die Experten oder Führungskräfte werden oder sich selbstständig machen möchten. Voraussetzungen: In der Regel werden mehrjährige Berufserfahrung und ein EFZ-Diplom benötigt. Die Ausbildung findet abends oder am Wochenende statt, dauert ein bis drei Jahre und wird, wie bereits erwähnt, vom Staat zu 50 % bezuschusst. Nach bestandener Prüfung erhalten Sie einen schweizweit anerkannten Abschluss und können mit einer deutlichen Gehaltserhöhung rechnen.

Die Finanzierung eines Berufswechsels ist ein anderes Thema. Viele glauben, sie müssten alles selbst bezahlen, aber das stimmt nicht. Neben Zuschüssen und Steuervergünstigungen gibt es spezielle Programme für Erwachsene, die sich beruflich neu orientieren möchten. Wenn Sie arbeitslos sind und Leistungen vom Arbeitsamt beziehen, kann dieses Ihre Weiterbildungskosten übernehmen, sofern es nachweist, dass diese Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert. Auch eine Erwerbsminderungsrente kann die Kosten für eine Umschulung decken. Und falls Sie aktuell berufstätig sind und lediglich die Branche wechseln möchten, suchen Sie nach einem Unternehmen, das Ihnen eine Ausbildungsstelle mit höherem Gehalt anbietet – viele Arbeitgeber suchen derzeit nach erfahrenen und verantwortungsbewussten Mitarbeitern und sind bereit, in deren Weiterbildung zu investieren.

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