Home Kochen Zero Waste in der Schweizer Küche: Raffinierte Gerichte aus Brot- und Käseresten

Zero Waste in der Schweizer Küche: Raffinierte Gerichte aus Brot- und Käseresten

by cms@editor

In der Schweiz ist Sparsamkeit nicht nur Tradition, sondern gelebte Praxis, verstärkt durch die hohen Lebensmittelpreise. Doch sparsam heißt hier keineswegs langweilig. Im Gegenteil: Aus übrig gebliebenem Roggenbrot, ausgetrocknetem Gruyère, Radieschengrün und Reis vom Vortag lassen sich Gerichte zaubern, die so manches Restaurantessen in den Schatten stellen. Der Schlüssel liegt darin, Reste nicht länger als Müll zu betrachten, sondern als Zutaten mit Charakter. Parmesan- oder Berner Alpkäserinden beispielsweise bieten ein konzentriertes Aroma, das für reichhaltige Suppen und Saucen unverzichtbar ist. Bewahren Sie sie in einem separaten Beutel im Gefrierschrank auf, und Sie haben immer eine fertige Basis für Risotto oder Minestrone parat.

Nehmen wir zum Beispiel altes Brot. Anstatt ein halbes Zürcher Roggenbrot wegzuwerfen, verwandeln Sie es in Panzanella – einen toskanischen Brotsalat, der sich perfekt an die Schweizer Verhältnisse anpasst. Das Brot in Würfel schneiden, im Ofen leicht knusprig rösten, mit Kirschtomaten, fein gehackten Schalotten und frischem Basilikum vermengen und mit einem Dressing aus Olivenöl, Rotweinessig und einem Spritzer Honig beträufeln. 20 Minuten ziehen lassen – das Brot saugt den Saft auf und wird herrlich saftig, behält aber seine Textur. Mit Würfeln von hellgelbem Appenzeller Käse und einer Handvoll gerösteter Pinienkerne garnieren – fertig ist ein Salat, der sich perfekt für ein Dinner eignet.

Eine weitere Möglichkeit, altes Brot zu verwerten, ist die walisische „Brotsuppe“, ein herzhaftes und wärmendes Gericht. Lauch und Karotten in Butter anbraten, gewürfeltes, altes Brot hinzufügen, Gemüsebrühe angießen und 10 Minuten köcheln lassen. Anschließend pürieren, bis eine glatte Masse entsteht, 125 ml Sahne und eine großzügige Handvoll geriebenen Gruyère unterrühren. Mit Croutons von einem frischen Baguette und einer Prise Muskatnuss servieren. Diese Suppe ist an einem kalten Abend ein wahrer Lebensretter und im Handumdrehen zubereitet. Übrigens: Werfen Sie die Semmelbrösel vom Schneiden nicht weg! Trocknen Sie sie im Ofen, pürieren Sie sie und bewahren Sie sie in einem Glas auf – sie eignen sich hervorragend als Panade für Schnitzel oder Aufläufe.

You may also like

Leave a Comment